BSV zweimal erfolgreich bei deutscher Meisterschaft der Behinderten
Zwei Aktive des BSV Erlangen hatten sich zu der Deutsche Meisterschaften der Behinderten in Karlsruhe qualifiziert. Zum ersten Mal sollten die Klassen laut Ausschreibung getrennt werden in „international klassifizierbar“ und „AB = allgemein behindert“. Bei der ersten Gruppe handelt es sich um Schützen/innen, die ein deutliches Handicap haben und eine sportrelevante Behinderung aufweisen können, hierzu zählen u.a. Rollstuhlfahrer, Amputierte oder auch Sportler mit MS o.ä. In der Gruppe „AB“ dürfen alle starten die einen Behinderungsgrad von mindesten 30 % haben, dies muss aber keine Auswirkung auf ihre sportliche Tätigkeit haben.
Die große Enttäuschung für Inge Enzmann und Armin Diefenbach war aber, dass beim Start dann entgegen der Ausschreibung doch wieder alle zusammen in einer Gruppe gewertet wurden.
Armin Diefenbach startete in der Altersklasse Recurve . Nach dem ersten Durchgang lag er noch auf Rang fünf. Mit einer enormen Steigerung konnte er sich dann im zweiten Durchgang auf Rang zwei vorarbeiten und mit insgesamt 541 Ringen überglücklich die Silbermedaille in Empfang nehmen.
Inge Enzmann (Damenklasse Compound) begann diesen Wettkampf mit einem hervorragenden ersten Durchgang und lag in der Halbzeit in Führung. Der zweite Durchgang verlief leider nicht so wunschgemäß und sie rutschte auf den zweiten Rang (622 Ringe) ab. Zum ersten Mal sollte in den Damen- und Herrenklassen ein Finalschießen stattfinden. Hierbei schießen jeweils zwei Schützen gleichzeitig. Es gibt max. fünf Durchgänge und pro Durchgang werden drei Pfeile auf 70 m geschossen. Der jeweils Bessere erhält zwei Punkte. Wer zuerst sechs Punkt hat, hat dieses Match gewonnen und ist eine Runde weiter. In der ersten Runde hatte I. Enzmann ein Freilos. Im Halb-Finale musste sie gegen die Dritte der Vorrunde schießen. I. Enzmann lag sehr schnell mit 0:4 Punkten im Rückstand. Mit einer außerordentlichen Konzentrationsleistung konnte sie aber die nächsten drei Runden gewinnen und mit 6:4 in die Finalrunde einziehen. Hier wartete die Vorrunden Erste, eine wesentlich jüngere Schützin aus der „AB“-Klasse. Auch hier ging es am Anfang erst einmal nicht nach Wunsch und Enzmann lag wieder mit 0:4 im Rückstand. Die nächste Runde konnte sie dann jedoch für sich entscheiden. In der vierten Runde gab es einen Gleichstand, so dass jede einen Punkt erhielt. Es stand nun 3:5. Jetzt darf kein Fehler mehr passieren, sonst ist es aus. Das Unglaubliche geschah, I. Enzmann konnte mit 28:27 Ringen diese Runde für sich entscheiden. Jetzt stand es 5:5. Bei einem solchen Gleichstand gibt es ein Stechen, d. h. jede darf innerhalb der nächsten 40 sec. Nur einen Pfeil schießen. Diejenige, deren Pfeil näher am Mittelpunkt der Scheibe ist, hat dann das ganze Match gewonnen. Spannung pur. Die Gegnerin war dann am Ende um etwa 5 cm näher am Mittelpunkt und somit gab es für I. Enzmann die Silbermedaille.
So groß die Freude über diesen spannenden Wettkampf auch war, es bleibt ein sehr bitterer Nachgeschmack, dass es wieder nicht möglich warf, die sportrelevant behinderten Aktiven von den „AB-Behinderten“ zu trennen. Irgendwie ist es ungerecht.
Ergebnisse der Deutschen Meisterschaft